September 2002:
 

Und jetzt unsere 20. Tour

1.Tag Abflug Köln - München - Philadelphia, PA - Las Vegas, NV

Unser Mustang, der uns drei Wochen begleiten wird...

Ein Reisetag ohne jede Hindernisse. Donnerwetter,  wir sind ganz platt: Die Verbindungen klappen wie am Schnürchen und wir sind sogar früher  in Las Vegas als geplant. Die Übernahme des Mietwagens bei Hertz geht auch reibungslos und so rollen wir mit unserem Mustang-Cabrio bis unter das Dach mit Taschen und Gepäck vollbepackt zu unserem Motel. Ließe sich das Dach nicht öffnen hätten wir keine Chance zum Be- und Entladen.

Die Online-Reservierung über einen amerikanischen Hotel-Discounter hat offensichtlich auch geklappt, das Zimmer steht zu Verfügung. Was will man mehr?  Weil es kein freies Zimmer in "unserem" Mc-Carren-Inn gab,  verbringen wir erstmalig die erste Nacht in Vegas  im etwas entfernteren Best-Western Mardi Gras. Ein tolles Zimmer, ähnlich einer kleinen Suite mit getrenntem Living- und Bedroom und einer kleinen Kitchenette. Und außerdem liegt das Zimmer auch noch optimal im Erdgeschoss (Sorry, ich meine natürlich "first floor") mit Parkplatz vor der Tür. Noch schnell, (naja ca. zwei Stunden) damit verbringen, sämtliches Gepäck ins Zimmer zu bringen und alle Utensilien Mustang-Cabrio-mäßig neu zu verteilen.

Und jetzt? Jetzt geht es ins Bett. Uns erwarten schließlich drei unternehmensstarke Wochen, gell?

2. Tag

Las Vegas,NV - Zion,UT - Bryce Canyon,UT

ANKLICKEN: Blick auf den Bryce Canyon vom Scenic-Drive aus.

Aufstehen, Wagen packen und tatsächlich alles unterbringen, frühstücken und schon sind wir " On the Road again". In St.George einen Wal*Mart wohl überlegt plündern; schließlich  muss man -ich meine natürlich "müssen wir"- die Sachen ja auch noch im Wagen unterbringen. Durch den Zion, einen neuen National Park Pass erstehen und weiter zum Bryce Canyon. Zimmer "klarmachen" und noch einen Abstecher in den Bryce Canyon. Eigentlich wollten wir uns heute beim Rubys Inn noch einmal das Rodeo ansehen, aber leider war gestern die letzte Veranstaltung für dieses Jahr. Harry hat sich gestern Abend übrigens noch seinen Bart abrasiert. Eine Begleiterscheinung ist jetzt: er braucht definitiv und nachweislich mehr Sonnencreme als sonst. Gleich machen wir noch ein Picknick in unserem Zimmer und bereiten für morgen alles vor. Danach geht´s dann ins Bett, denn müde sind wir beide wirklich . Mal sehen, ob wir morgen schon zum "Sunrise" fit sind. Also, bis morgen, nach unserer ersten Wanderung.

3. Tag

Bryce Canyon,UT

ANKLICKEN: Harry auf der Kombination "Queens Garden Trail" und "Navayo Loop"

Die erste Wanderung für diesen Urlaub scheinen wir recht gut hinter uns zu bringen:. Die Kombination "Queens Garden und Navajo Loop" lässt sich ganz gut laufen. Allerdings hatten wir ein wenig Startschwierigkeiten, weil wir uns doch zu warm angezogen hatten. Nach nur wenigen 100 Metern bin ich mit der überflüssigen Kleidung (Fleece und Hosenbeine) zurück zum Auto gegangen. Danach ging es dann aber richtig los. 

Wir verbrauchen ziemlich viel Filmmaterial, Video und Speicherplatz ("Ach was!"). Nach Beendigung der Wanderung geht es zum Relaxen auf einen Capuccino zum Generalstore. Nachmittags cruisen wir noch über den Scenic Drive. Nach unserem Abendessen im Motelzimmer und den erledigten Hausaufgaben sind wir jetzt doch schön groggy. Ich werde mir jetzt noch ein Bad gönnen (Harry war schon in der Wanne) und dann geht´s ins Bett. Ach, wir haben übrigens neue Bandanas, da wir leider vergessen haben, unsere in Köln einzupacken. Tja so ist das, vielleicht sitzt ja jetzt unser Vogel "Kuki" mit dem Badana um den Hals im Käfig. Tschüß, bis morgen.

4.Tag

Bryce Canyon,UT - Capitol Reef,UT - Moab,UT

ANKLICKEN: Der letzte Stempel füllt Anitas Nationalpass.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manchmal macht Anita aber auch ein netteres Gesicht.

Heute führt uns der Highway bis nach Moab. Unterwegs stoppen wir kurz im Capitol Reef N.P.. Im Visitor-Center hole ich mir den vorläufig letzten "Yes I was here-Stempel" für unserem National Passport.

Nachdem es in unserem National-Pass für unser Reisegebiet keinen Platz mehr gibt, erstehen wir einen neuen, der sogleich im Arches NP mit dem ersten Stempel eingeweiht wird. Aber zunächst müssen wir unser Motel klarmachen. Wir steigen -wie schon so oft-  im Inca Inn ab und haben sogar wieder eins unserer alten Zimmer, die Nr. 25. Ein kurzer Plausch mit Daisy, unserer Motelierin. Sie berichtet, dass dieses Jahr ungewöhnlich wenige Touristen da waren und fragt uns, wo denn die anderen Deutschen dieses Jahr geblieben sind. Ihr und ihrem Mann geht es wirtschaftlich nicht gut: Einerseits bleiben die Touris aus, andererseits sind einige Motels in den letzten zwei Jahren hinzu gekommen, so dass der Markt zunehmend enger wird. Im Verlaufe des Gesprächs kommt uns die Idee, dieses Jahr Weihnachten oder den Jahreswechsel in aller Einsamkeit in Canyonlands zu verbringen. Daisy teilt uns mit, dass es einige wenige "Hardliners" gibt, die auch im Winter hier zelten. Man benötigt lange Unterwäsche, aber es ist wohl möglich. Sie bietet uns sogar an, notfalls ihr Motel zu öffnen. Als unerfahrener Amerika-Tourist würden unsere Augen anfangen zu leuchten. Als Erfahrene wissen wir, dass das der nett- aber nicht ernstgemeinte "Small Talk" unserer amerikanischen Freunde ist. Die Idee mit Weihnachten oder Silvester im Canyonlands sollten wir aber im Hinterkopf behalten.

Wir bekommen jedoch von Daisy und ihrem Mann noch einen Tipp für einen Arch, der nicht im Arches N.P. liegt, sondern an der wenige Meilen entfernten Potash-Road zu finden ist. 

Im Arches checken wir zunächst im Visitor Center den Wetterbereicht und machen uns ein Bild, was uns morgen erwarten wird, weil wir morgen gerne den Delicate Arch im Abendlicht sehen wollen. Wir machen uns auf den Weg zum Trailhead und spielen mit dem Gedanken, die Wanderung bereits heute anzugehen. Dafür spricht: "Was wir haben, haben wir!" Dagegen hingegen ungleich mehr: Nicht genügend Wasser an Bord, Harrys Foto-Wander-Equipment ist im Motel, Taschenlampe für den Abstieg im Dunkeln ebenfalls nicht dabei und...das momentan  schlechte Wetter.

 Also lassen wir die Wanderung da, wo wir sie eingeplant hatten: Morgen!

Stattdessen machen wir uns auf den kurzen Walk zum Delicate Arch Viewpoint . Dieser recht leicht zu bewältigende Weg führt genau auf die andere Seite des Arches und so hat man einen traumhaftschönen Blick auf den in der weiten Ferne gelegenen Delicate Arch. Das Wetter wird jedoch rasant schlechter und so ist unser Besuch am Viewpoint recht kurz. 

So gehen wir zum Dennys und sind wieder einmal pappsatt.. Im Motel bereiten wir unser Equipment für morgen vor, machen unsere Hausaufgaben und gehen in die Federn. Denn morgen müssen wir fitt sein.

5.Tag Moab,UT - Dead Horse Point SP,UT - Potash Road,UT - Arches,UT - Moab, UT

 

ANKLICKEN: Blick vom "Dead Horse View Point"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANKLICKEN: Der Delicate Arch im Licht der untergehenden Sonne.

 

Morgens nehmen wir unser erstes 

-Frühstück in diesem Urlaub zu uns. Danach geht es zum Dead Horse Point State Park. 7,-$ Eintritt sind zu entrichten und dafür darf man einen Blick zum Colorado werfen. Zugegeben, ein sehr schöner Blick auf eine Colorado-Schleife, aber dafür allein 7$ Eintritt?  Naja, was soll es: 

"Geld, Geld, Geld, Geld, Geld lässt sich immer wieder verdienen....."  

(Zitat aus unserer Lieblings-Trilogie "Wilder Westen inclusive")

 

  

 

Nach ausgiebigem "Foto machen" und "Video drehen", machen wir uns auf die Suche nach dem Corona Arch. Das ist der Arch, den Daisy und ihr Mann uns gestern im Motel beschrieben haben. Leider sind wir nicht erfolgreich. Wir "cruisen" das Gebiet auf und ab und auf und ab...

Beim anschließenden Besuch des Arches Visitor Center  kommen wir zu der bitteren Erkenntnis, dass wir   die Poatash Road doch weiter hätten durchfahren müssen. So fahren wir weiter in den Arches NationalPark, machen ein Picknick, überprüfen unser Foto- und Wanderequipment und machen uns langsam auf den Weg zum Trailhead und vom Trailhead zum Delicate Arch.  Das ganze natürlich bei großer Hitze und ohne Schatten. Nach 1Stunde und 15Minuten kommen wir oben an. Bis zum Sunset sitzen wir mit einigen anderen Sonnenuntergangsanbetern oben rum, faulenzen und beobachten die erschöpften und nach Luft japsenden Neuankömmlinge. Wer die Einsamkeit liebt und sie im Südwesten der USA sucht ist auf dem richtigen Weg, wenn er denn nicht zu dieser Tageszeit hier oben ist. Rund 100 Touristen warten -alle mit fototechnischem Schnickschnack vor den Augen- auf das Ende des Tages.

Das Warten lohnt sich. Die Sonne wandert allmählich Richtung Westen und je tiefer sie steht, desto wärmer und röter wird ihr Licht. Nachdem Harry "ausfotografiert" hat gehen wir weg und nach weniger als 2 Minuten steht die Sonne schon so tief, dass sich ihr Schatten über den Arch ergießt, zum Bedauern einiger fotohungrigen Touristen, die uns auf dem Rückweg im Eilschritt aber zu spät entgegenkommen.

 Unser Auto erreichen wir noch gerade so mit dem letzten Licht.

Bei Denny´s stärken wir uns und jetzt sind wir echt müde. Zu allem Überfluss wollen wir morgen schon ganz früh los um den Sunrise am "Looking out Glass" zu sehen. Also schnell zum Schlafen, bis morgen.

6.Tag

Moab,UT - Four Corners - Mexican Hat,UT - Monument Valley,AZ - Mexican Hat,UT

ANKLICKEN: Mit dem Hintern auf vier Bundesstaaten gleichzeitig.

 

Wir schaffen es tatsächlich früh genug unterwegs zu sein. Den kleinen "Archi"   erreichen wir kurz vor Sonnenaufgang. Eigentlich heißt die Stelle "Looking out Glass" und ist eher ein sogenanntes "Window" statt Arch. Eher unbekannt und wenn wir damals nicht ein kleines Hinweisschild entdeckt hätten, hätte uns niemand hierauf aufmerksam gemacht. Sehr idyllisch und absolut einsam. Damals haben wir festgestellt, dass dieser Bogen bei Sonnenaufgang, wenn das Licht langsam in den Bogen wandert, toll aussehen muss und so auf unsere "To-Do-Liste" gesetzt. Unser Versuch, direkt in den Bogen hinein zu klettern, scheitert jedoch auch diesmal. Der Fels ist zu steil und zu glatt. Harry klettert zwar Gemsen-gleich hinauf, auf den letzten Metern verliert er jedoch sowohl den "Grip" als auch den Mut und so helfe ich ihm betreuend beim Abstieg. Dennoch haben wir viel "fun".

Weiter geht es zu Four Corners, die einzige Stelle Amerikas, an der gleichzeitig vier Bundesstaaten aufeinandertreffen. Unterwegs dorthin tanken wir mal wieder und verfilmen  mit der Videokamera einige Songs auf unserer CD. 

Bei Four Corners ist trotz Nebensaison einiges los, mehr Touristen als gedacht. Es macht Spaß, die Leute zu beobachten, wie sie sich ohne Hemmungen anstandslos über den Boden wälzen (siehe linkes Bild) und von ihren Mitreisenden oder auch Fremden fotografiert werden.

Wir fahren weiter nach Mexican Hat und machen -man kennt es schon- "ein Zimmer klar", diesmal in der "Mexican Hat Lodge".

Der Tag ist noch früh und so geht es gleich weiter zu unserem Monument Valley. Die große Loop durchs Valley ist leider nicht ganz so gut, weil uns die Sonne im Stich lässt. Dafür gibt es noch einen richtigen Sandsturm, der das Tal, den Outlook und uns in roten Sand hüllt. Zurück im Motel nehmen wir  in einer gemütlichen Biergarten-Atmosphäre  an einem american BBQ, das das Motel allabendlich veranstaltet, teil.

Und schon geht es wieder mal ins Bett, denn morgen wollen wir schon vor Sonnenaufgang am Monument Valley sein, um von dort aus erstmalig statt unseres Sunsets den Sunrise zu erleben. Allerdings wird hierfür schon um halb fünf der Wecker uns von Morpheus jagen. Oh, oh, also bis morgen.

7.Tag

Mexican Hat,UT - Flagstaff,AZ - Slide Rock SP,AZ - Flagstaff,AZ

ANKLICKEN und den Sunrise erleben.

 

 

 

 

 

 

ANKLICKEN: Anita & Harry in aller Frühe.

Und wieder schaffen wir es: Um 04:30  stehen wir übermüdet auf, packen unsere Sachen, um 05:15, fahren wir los. Es ist schon recht warm und so lassen wir unser Verdeck runterfahren und etwas später wieder hochsausen, es tröpfelt etwas. Kurz vor sechs erreichen wir das Monument Valley. Es ist stockdüster aber trocken. Der Eingangsbereich ist noch geschlossen und so warten wir bei Kaffee und unseren Keksen darauf, dass die Sonne ihre ersten Strahlen auf das Valley ergießt und dass das Tor sich öffnet.

Nach wenigen Minuten kommt nicht die Sonne sondern ein "Nativ", der sich mit Harry unterhält. Ungewöhnlich, da die Indianer unserer Erfahrung nach meist recht zurückgezogen leben und Kontakt zu "den Weißen" eher meiden. Es stellt sich heraus, dass er uns gerne eine Besichtigungstour verkaufen möchte. Im Moment wollen wir den Sunrise lieber in Eigenregie erleben, kommen aber  zu dem Schluss, man sollte eine solche guided Tour vielleicht doch auf unsere To-do-Liste nehmen.

Vom Viewpoint des Visitor-Centers erleben wir unseren ersten Monument-Valley-Sonnenaufgang und stellen gemeinsam fest: STARK!!! Offensichtlich gibt es noch mehr Touristen, die diese Idee hatten, und so genießen wir ihn zwar nicht allein aber auch nicht im Gedränge. Und wie der Zufall es so will, treffen wir einen Fotografen, den wir auch schon beim Sonnenuntergang am Delicate Arch gesehen hatten.

Nachdem die Sonne zunehmend unfotogener wird reiten wir (sorry, "fahren wir") Richtung Kayenta zum Frühstück. Unser Pferd benötigt ebenfalls Treibstoff und so tanken wir im Regen und fahren weiter zu unserer Cameron Trading Post. Von dort aus reservieren wir schon mal vorab für morgen am Grand Canyon ein Zimmer.  Es geht weiter nach Flagstaff. Wir machen ein Zimmer für heute fest und entscheiden uns zu einem Abstecher zum  Slide Rock State Park. Diesen Park hatten wir zwar für morgen vorgesehen aber aufgrund des unbeständigen Wetters nehmen wir den lieber heute ins Programm. (Denn merke: "Was man hat, das hat man!") . 

Am Slide Rock ist ziemlich wenig los. Nur wenige Amerikaner und noch weniger Touris (außer uns keine!) trauen offensichtlich dem Wetter und so rutschen im natürlichen Lauf eines Flusses nur wenige Wagemutige - und ich! Und das sogar zweimal, alles für Harrys Fotos und meine Videos. Nach dem Trocknen noch ein paar (wenige) Leute beobachten...und dann fängt es an zu regnen. Zurück in Flagstaff shoppen wir und gehen zum Sizzlers essen ( mal wieder zu viel ). 

Jetzt sind wir im Motel und machen unsere Heimarbeit. Also, "see you tomorrow at the Grand Canyon". 

P.S. Nachtrag aus dem Logbuch des Traumschiffs "Mustang": Unser Mustang ist undicht und tropft ständig, wir wissen allerdings nicht ,wo das Wasser herkommt. Um mit den Worten eines Bekannten zu sprechen: Das müssen wir mal im Auge behalten.

8.Tag

Flagstaff,AZ - Grand Canyon,AZ

ANKLICKEN: Imposantes Bild, über den Wolken zu stehen.

 

Gut, dass wir gestern schon am Slide Rock waren: Heute morgen wäre der wohl sicherlich ins Wasser gefallen, es regnet! So lassen wir es heute morgen ganz gemütlich angehen, nach dem "Continental Breakfast" im Motel geht es via tropfenden Mustang zum Grand Canyon. Unterwegs sieht es zunächst so aus, als ob sich das Wetter deutlich besser wird. Das ist jedoch nur eine kurze Irritation, am Canyon regnet es ziemlich heftig. Außerdem gibt es als Draufgabe noch einen ordentlichen Hagelschauer, einen genauso ordentlichen Sturm und einen ziemlich dicken Nebel. Also genau das Wetter, das man schon immer mal am Grand Canyon haben wollte, oder? So gehen wir erstmal zum General Store, eine Idee, die wir uns mit sehr vielen regenscheuen Touristen teilen. Und so ist es hier voller als zur Hauptsaison. So trösten wir uns mit dem Kauf eines Wassersacks sowie einem isolierten Trinkschlauch für meinen Wasserrucksack.

 Im Visitor Center müssen wir feststellen, dass das Wetter morgen wohl auch nicht viel besser sein soll. Tja, mal sehen, ob wir morgen früh dann überhaupt wandern. Nicht wissen tun wir auch, wie weit wie wandern, wenn wir wandern. Nur wo wir wandern, wenn wir wandern, wissen wir: Den berühmten Bright Angel Trail in den Grand Canyon hinunter. Aber ob bis zum 3-Meilen-Haus oder sogar noch bis Indian Garden ist unklar..

Nach dem Einchecken ins Hotel gehen wir spontan  zum Rim und dort bietet sich uns ein völlig anderes Bild als sonst: Unter uns durch den Grand Canyon ziehen Wolken, während es über uns anfängt deutlich aufzuklären. Ein fantastsisches Bild und so gewinnen wir dem verregneten Tag doch noch etwas ab.

Mit dem West Rim Shuttle fahren wir am Rim entlang wir bis Hopi Point, machen ein paar Fotos und setzen unsere Tour fort bis Hermits Rest. Auf dem Rückweg bei Mojave legen wir nochmals eine Fotostopp ein und jetzt geht es zurück zum Hotel, um -falls wir doch wandern- unser Equipment zu kontrollieren und aufzurüsten.

Jetzt aber gute Nacht, mal sehen was es morgen zu berichten gibt.

9.Tag Grand Canyon,AZ

ANKLICKEN: Dieser Blick bleibt dem vorbehalten, der 6 Meilen steilen ABstieg hinter sich hat...und vor sich! Der Colorado vom Plateau-Point aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tag X ist da und wir machen uns trotz des feuchten Wetters auf den Weg. Der Weg ist das Ziel und so legen wir fest, dass wir umkehren, sobald wir die Nase voll haben.

Der Weg führt uns vorbei am "One and a half mile-Resthouse". Hier war damals bei unserer ersten "Bright Angel Trail-Tour" das Ziel. Und auf unserer zweiten Tour war hier die Stelle, an der unser Freund Michael sagte "Ich habe die Schnauze voll!". Und auf unserer dritten Tour war hier Halbzeit des Abstiegs.

Aber heute geht es (zum zweiten Mal) weiter in Richtung "3-Mile-Resthouse". (Das legendäre Resthouse, das beim letzten Mal unser Ziel war und das wir auf unserer ersten Tour gar nicht zu sehen bekamen.)

Vorbei am 3-Mile-House geht es weiter in Richtung Indian-Garden, der etwa bei 4,5 Meilen liegt. Das Wetter ist etwas trübe aber hinsichtlich unseres heute noch bevorstehenden "Auftriebs" optimal.

"Yes, we arrived Indian Garden". Wir haben es tatsächlich geschafft bis hierhin zu kommen (wobei das bergab ja im Vergleich zu bergauf nicht schwierig ist), rasten ein wenig und rätseln, ob wir auch noch weiter gehen.

 Wir entschließen uns ("Wer weiß denn schon, ob wir irgendwann noch einmal bis hier unten kommen!") bis zum Plateau-Point zu wandern. Das sind von Indian-Garden noch einmal etwa 1,5Meilen, allerdings ohne merklichen Höhenunterschied. Der Abstecher bis hier hin lohnt sich: Man hat einen traumhaften Blick in den "Inner Canyon" und natürlich auf den Colorado, der momentan (oder immer?)  wirklich sehr "colored" ist. Eine rote, schlammfarbene Ader durchzieht den Boden des Grand Canyons. Nach einem ausgiebigem Fotoshooting geht es auf den Rückweg. Der Blick von hier unten nach oben hinauf zum Rim zeigen uns deutlich, was uns erwarten wird: 10km Länge und 1000m Höhenunterschied. Der erste Abschnitt bis Indian Garden stellt kein Problem dar. Sprachen wir davon, dass es zwischen Plateau-Point und Indian Garden keinen Höhenunterschied gibt, so kam es uns nur so vor: Unser GPS zeigt an, dass die Strecke ein einziges Auf und Ab ist, allerdings im Vergleich zum Rest sehr gemäßigt.

Auf dem zweiten Abschnitt zwischen Indian Garden und dem 3-Mile Resthouse fängt es nicht unerwartet an zu regnen. Wir packen unsere Ponchos aus und erreichen nach einiger Zeit das 3-Meilen-Resthouse  Kaum erreicht, hört der Regen auf und lässt uns hoffen. Vergebens - mit der Wiederaufnahme unseres Weges beginnt auch wieder der Regen, jetzt aber mit viel Wind. Wir sind eingemummt in unseren Ponchos, aus denen nur die nackten Beine und die nasse Nasen ragen.  Der Weg ist mittlerweile arg nass und erschwerlich. Uns trösten nur drei Dinge: 1.)Der Stolz, da gewesen zu sein. 2.)Ohne Regen und in der prallen Sonne würden wir das alles jetzt nicht schaffen. 3.) Das Picknick, das uns oben erwartet (wenn wir denn das Ende der Tour erreichen!)

Unglaublich aber wahr: Kurz bevor wir das letzte Resthouse erreichen, hört der Regen wieder auf . Dafür haben wir eine Handvoll Glück, den letzten Abschnitt bestreiten wir ohne Regen.

Nach  9,75Stunden   erreichen wir den Rim. Groggy, kaputt, down - aber unbeschreibbar glücklich und stolz, diesen Weg geschafft zu haben.

Auf dem kleinen Stück zwischen Rim und unserem Motel (ca. 400Metern) beginnt es noch einmal wie aus Kübeln zu regnen, aber das ist uns jetzt "Wurscht".

Nach einem kurzem Relaxen geht es noch zum wohlverdienten Essen in´s Canyon Cafe bei der Yavapai Lodge und dann endlich ins Bett. Auf eine erholsame Nacht.

10.Tag

Grand Canyon,AZ - Page,AZ - Kanab,UT

ANKLICKEN: Anitas lieblicher Gesang...

Anita singt!!!

Oh, oh, so eine 20km Wanderung hat doch ihre Nachwehen: Unseren Beinen reicht die Nachtruhe nicht  und so machen sie den ganzen Tag auf sich aufmerksam.

Immer wenn wir ein kleines Stück gehen merken wir die Anatomie des menschlichen Beines, insbesondere die Lage aller Muskeln.. Aber die Schütts sind hart im Nehmen und außerdem nutzt es ja auch nichts, wir müssen da durch! Allerdings lernen wir die Bequemlichkeit des Fahrens zu schätzen und so benutzen wir den ganzen Tag unser Cabrio.

Das hält uns jedoch nicht davon ab, morgen voraussichtlich noch einen drauf zu legen: Wir haben wieder das Glück gehabt, wider erwarten eine Permit für den Coyote Butt zu erhalten, die wir für das Hiken zur Wave benötigen.

Daraus folgert, dass wir morgen wieder früh aufstehen müssen, nämlich um 4.00Uhr(!) Aber das werden ja "nur" 6 Meilen sein, das sind für "Bright-Angel-Trail-Hiker" wie wir es sind ja nur Peanuts.  

In Kanab steigen wir wieder einmal im Treasure Trail ab und essen-traditionsgemäß- bei PizzaHut zu Abend. Kurzer Abstecher durch den Pool (rrrrrr, arg kalt!).  Jetzt werden wieder Hausaufgaben gemacht und die Ausrüstung nochmals  kontrolliert und nachgerüstet. Ist der Weg morgen auch kürzer als der Bright Angel Trail so wird wird das Gepäck allerdings schwerer sein: Harry hat das Foto-Equipment für morgen aufgerüstet und ich werde deutlich mehr Wasser mitnehmen.

Außerdem haben wir hervorragende Chancen, einen Teil der Wanderung wieder im Regen zu machen. Hoffentlich erst auf dem Rückweg.

P.S. Jetzt müssen wir unseren Beinen noch klarmachen, was da morgen wieder auf sie zukommt.

11.Tag

Kanab,UT - Wire Pass Trailhead,UT - Zion,UT - Kanab,UT

 

 

Tja, aus der Wave wird heute leider nichts: Wir sind tatsächlich auch ohne Wecker (ausgefallen) um etwa viertel vor sieben am Trailhead. Um dort hin zu gelangen müssen wir zunächst etwa 8 Meilen über eine "Dirty Road" fahren, was mit unserem ziemlich tiefliegenden Mustang schon unter normalen Umständen nicht ganz leicht ist. Da aber die Dirty Road  an einigen Stellen ( besonders an einer ) sehr matschig ist, haben wir arge Bedenken, ob wir bei weiterem prognostizierten Regen, am Nachmittag diese Strecke überhaupt wieder zurück fahren können. Nach langem Überlegen entscheiden wir uns schweren Herzens zur Freude unserer  Beine auf die Wanderung zu verzichten. Statt Hiking also Frühstück in Kanab. Wir improvisieren und steuern den Zion National Park an. Aber hier ist das Wetter auch nicht besser und es fängt pünktlich mit Erreichen des Parks an zu regnen.

 

Im Visitor Center erkundigt sich Harry bei einem Ranger nach einem speziellen Aussichtspunkt: Um auf den Berg Angels Landing zu kommen, geht man in einer Sektion über eine Vielzahl von sog. Switch-Backs. Diese kann man von oben oder unten fotografieren. Allerdings kennen wir ein Foto, auf dem diese Serpentine sehr fotogen genau von gegenüber festgehalten ist. Nach diesem Aussichtspunkt gefragt entgegnete der Ranger Harry, dass er keine Chance hat, dort hin zu kommen. Diese Aufnahme ist vor einigen Jahren aus einem Hubschrauber hängend entstanden. Also, no chance!

Mit dem Shuttle fahren wir  bis zur Zion Lodge. Surfen dort ein wenig im Internet  und verschicken ein paar Mails ins World Wide Web.

Nach einiger Zeit hört der Regen sogar auf.  Mit dem Shuttle vollenden wir die Loop bis zum Visitor Center und machen uns langsam auf den Rückweg.. Unterwegs überlegen wir, was wir morgen und übermorgen machen wollen. Zu einem Ergebnis kommen wir jedoch erst abends, nachdem wir uns den WeatherChannel ansehen: Da es so gut wie überall ,wo wir hinfahren könnten , schlechtes Wetter ist, bleiben wir jetzt hier. Morgen werden wir mal sehen ob wir noch mal Glück mit einer Permit für die Wave haben, denn übermorgen soll das Wetter etwas besser werden.  Morgen wollen wir nochmals in den Zion und dort -ob Regen oder nicht- zum "Hidden-Canyon". 

So, das war´s für heute. Also dann, bis morgen.

12.Tag Kanab,UT - Ranger Sation Paria,UT - Zion,UT - Kanab,UT

11. 

September 

2002 

ein Jahr danach

Es ist der 11. September 2002. Heute ist es genau ein Jahr her, dass die Menschheit neu zu denken begann. Daran erinnert die Beflaggung in Kanab. Links und rechts der Mainstreet stehen im Abstand von ca. 50m amerikanische Flaggen. Alle Großflaggen, an denen wir vorbeifahren, sind auf Halbmast beflaggt.

Zunächst fahren wir zum Strip Field Büro in Kanab, um dort eine Permit  für  die Wave für den nächsten Tag zu erfragen. Wir hofften, wie im Januar, dort eine zu erhalten, um uns die knapp 40 Meilen bis zur Paria River Ranger Station zu sparen. Doch leider funktioniert das nicht. Dort gibt es die Permits nur während der Wintermonate, wenn die Ranger Station geschlossen hat.  Kurz vor 9°° erreichen wir die Station und wirklich, wir bekommen noch eine Permit für den nächsten Tag.. So geht es also zunächst -wie gestern- wieder zurück  in den Zion. 

Wir hatten erwartet, dass es im Visitor Center um zwölf  Uhr vielleicht eine Gedenkminute anlässlich der Geschehnisse vor einem Jahr gibt. Aber zu unserem Erstaunen absolut nichts dergleichen. "Business as usual"

Wir beabsichtigen die "Hidden Canyon Tour" zu machen, kommen aber angesichts der großen und vielen Wolken wieder ins Schwanken. Wir bleiben standhaft und machen uns auf den Weg. Mit dem Shuttle geht es bis Weeping Rock und dann ab auf die Piste. (Sorry, auf den Trail) Ist ein schöner steiler Weg. Im letzten Viertel der Strecke, (wir wären beinahe schon zu früh umgedreht, weil wir dachten, dass der Weg zu Ende ist) wird es plötzlich richtig interessant. Der Aufstieg wird mit Ketten in der Felswand gesichert, ähnlich wie bei Angels Landing. 

Am Ende des Trails verschnaufen wir kurz und schon geht es zurück ins Tal. Auf den letzten Metern fängt es dann -wie könnte es ander sein-  doch noch an zu regnen. Aber insgesamt ist es doch ganz o.k. Auf dem Rückweg nach Kanab  stärken wir uns wieder -wie immer ausgezeichnet- im Golden Hill Restaurant. 

Jetzt sind wir wieder im Motel und bereiten alles für morgen vor. Mal sehen, ob es im zweiten Anlauf mit der Wave klappt.

13.Tag

Kanab,UT - Wave,UT - Johnson Canyon,UT - Kanab,UT

ANKLICKEN: Unser schönstes Stück Erde: The Wave

 

ANKLICKEN: The Wave

 

 

ANKLICKEN: Und plötzlich fehlt ein Stück Weg.

 

 

Yes, we did it and we survived a big ( für uns ) Flash Flood

Um sechs Uhr sind wir etwa am Trailhead, und das bedeutet: 4Uhr aufstehen, Eqipment fertig stellen, Auto beladen, 30 Meilen über eine paved road, 8 Meilen im Schritttempo über die Dirty Road. Im Auto relaxen wir uns von den Strapazen des Morgens und geben uns bei Kaffee und Keksen die Chance des Wachwerdens. Nachdem wir uns aufgerüstet haben geht es um kurz vor sieben auf den Weg, nachdem sich der Horizont im Osten langsam erhellt. Dennoch benötigen wir für die erste Etappe Taschenlampe und Stirnleuchten.

Die Wave erreichen wir zügig und sicher, schließlich kennt man mittlerweile den Weg.  Dort werden wir jedoch von Wasser überrascht. In der Sohle der Wave gibt es stets Wasser, mal mehr mal weniger. Diesmal ist es jedoch so viel, dass wir über den üblichen Weg nicht hineingelangen.

Harry ist nun mal ein Mann, zieht sich kurzentschlossen die Schuhe aus und watet - wie einst der Camel-Mann- durch den Sumpf. Ich bin eine Frau und cleverer: Ich steige einfach von der anderen Seite in die Wave. Die Wave ist diesmal sehr schlammig. Anscheinend gab es  in den letzten Tagen viel und heftigen Regen. Wir bleiben bis etwa zwölf Uhr. Obwohl es zunächst gar nicht so aussah, kommt dennoch die Sonne heraus um uns die Wave schön auszuleuchten. Auf dem Rückweg begegnen wir vier amerikanischen Wanderern, denen wir den Weg zur Wave erklären. Sie glaubten schon sich verlaufen zu haben. Auf dem letzten Stück des Rückweges beginnt es dann doch wieder zu regnen, erst nur wenig dann sintflutartig.  Am Auto angekommen trocknen wir uns zunächst und verstauen unser "Gerümpel" im Auto. Plötzlich kommt uns der Rückweg in den Sinn. Wegen des Regens haben wir unsere Tour vor zwei Tagen abgebrochen und nun sind wir genau dort und es regnet in Strömen. Unser mulmiges Gefühl und unsere Vorahnung sind nicht verkehrt: In den Bergen gibt es plötzlich Wasserfälle, die es vorher nicht gab und kleine ausgetrocknete Bachläufe werden von reißendem Wasser durchströmt. Die ersten zwei Meilen der dirty road bringen wir gut hinter uns.  Dann dann kommt eine Stelle, wo es nicht mehr weiter geht: Ein reißender Bach quert die Straße. Wir entscheiden uns, auf einem kleinen Hügel stehen zu bleiben bis es aufhört zu regnen und die Wassermassen nachlassen. Ein Auto hinter uns fährt zunächst an uns vorbei ,entscheidet sich dann jedoch ebenfalls, den Fluss nicht zu durchfahren. Der Regen dauert an und nimmt sogar noch an Heftigkeit zu. Nach ca. einer Stunde des Wartens beruhigt sich das Wetter. Es hört auf zu regnen und wir sehen uns das Hindernis aus der Nähe an.  Harry steigt -immer noch wie der Camel-Mann- schon wieder in die Fluten um die Tiefe festzustellen. Im Moment versinkt er bis zur halben Wade. Die Besatzung des anderen Autos, ein Paar aus Tucson, steigt ebenfalls aus und meint, dass wir etwa eine halbe Stunde noch warten müssten bis wir es wagen könnten, die Fluten zu durchqueren. Die halbe Stunde vergeht wie in Zeitlupe und wir probieren es: Erst die Tucsoner, dann wir. Und tatsächlich, wir kommen durch.

Aber das war nur das erste Hindernis. Es folgen noch einige recht gewagte "Flussdurchfahrten". Nach weitern zwei Meilen parkt Tucson am nächsten Trailhead und sagt uns, dass sie erstmal hier hiken gehen und dann hoffen, dass es anschließend etwas trockener ist. So machen wir uns alleine ohne Begleitschutz auf die letzten vier Meilen bis zum Highway. Das läuft jedoch unproblematisch ab.

Wohlbehalten, aber mit einem saudreckigem Mustang, kommen wir am Highway an. Auf dem Weg zurück nach Kanab machen wir noch einen Abstecher in den Johnson-Canyon. Als wir 1993 das erstemal hier waren, gab es dort ein kleines Movie-Set, das man sich ansehen konnte. Heute stehen zwar noch    einige Gebäude, aber sie sind schon ziemlich verfallen und außerdem ist es jetzt in Privatbesitz und man kommt nicht mehr in eine "fotografisch-relevante Nähe". In Kanab geht es wieder zum Pizza Hut und dann ins Motel. Jetzt sind wir damit beschäftigt, den Mustang aufzuräumen und zu striegeln. Und unsere Ausrüstung hat es ebenfalls nötig...

 

14.Tag

Kanab,UT - Zion,UT - Las Vegas,NV - Stovepipe Wells,CA

 

Unser Ziel heute: Stovepipe Wells, und das heißt knapp 350 Meilen fahren. Erst noch ein Abstecher zu Angels Rest, dem Tierfriedhof von "Best Friends". Wir meinen, er ist seit unserem letzten Besuch im April schon einiges größer geworden. Es ist aber immer noch ein schöner, besinnlicher aber auch leicht gespenstischer Ort. Weiter durch den Zion. In Hurricane finden wir eine "Self Car Wash" Anlage für unser Auto. Unsere Mustang hat die "Car Wash" nach der Schlammschlacht von gestern auch dringend nötig. 

Ein Postoffice gibt  es hier auch und so sind Harry´s Arbeitunterlagen, die er im Urlaub noch bearbeitet hat (fleißig, fleißig!)  jetzt auf dem Weg nach Deutschland. In Las Vegas düsen wir über den Strip. Schön, hier zu fahren ohne dass es gleich unser Urlaubsende ist.  In Pahrump besuchen wir KFC  und zu guter Letzt checken wir wieder mal in Stovepipe ein. Leider werden unsere "Roadrunner-Zimmer" gerade renoviert und so sind wir jetzt bei den "49´ners". Das bedeutet, dass wir keine Trinkwasserleitung im Zimmer sondern nur vor der Tür haben.  Eine herbe Enttäuschung gibt es auch im Dining Room. Es gibt nur ein Buffett und Harry bekommt sein heißgeliebtes Filet Mignon (Nach wie vor das beste Stück Fleisch, was er je gegessen hat) nicht. Die Kellnerin erzählt uns, dass sie Schwierigkeiten haben, Personal zu bekommen und deswegen derzeit ein kleineres Programm fahren. Aber ab Oktober werden sie wieder zum normalen Betrieb übergehen. Also, wenn das mit dem Weihnachtsurlaub klappt, gibt es dann wieder Filet Mignon. Es erscheint uns jedoch nicht sinnvoll, schon jetzt einen Tisch zu reservieren.

Eben noch kurz im Pool gewesen und jetzt wird geschlafen, bis morgen also.

15.Tag

Stovepipe Wells,CA - Furance Creek,CA - Artist Drive,CA - Stovepipe Wells - Sand Dunes - Stovepipe Wells

ANKLICKEN: Hattys Blick auf die Sand Dunes im Death Valley

 

Was für ein Tag heute: Wir fahren erst relativ spät los, so gegen neun Uhr. Erst geht es zum Tanken und ins Visitor Center. Schließlich müssen wir den Ranchern ja unseren National-Pass zeigen und außerdem möchte ich wieder einen Stempel in meinem Büchlein. In Furance Creek decken wir uns mit allem ein, was man so für den Tag braucht, und ab geht es Richtung Artist Drive. Da fängt es dann plötzlich an mir schlecht zu gehen, anscheinend bin ich heute nicht "wüstentauglich". Also fahren wir für eine Pause zurück zum Motel. Ein wenig ausruhen und kurz durch den Pool schwimmen. Gegen halb fünf geht es im zweiten Anlauf  wieder los, diesmal zu den Sanddunes zum Sunset. Nach einem kurzen Hike in Richtung der Dünen bekomme ich schon wieder die Krise. Während Harry mit Schnellfeuer seine Fotos erschießt, mache ich mich vorsorglich schon mal langsam auf den Weg zurück zum Auto.

Als die Sonne sich -dem Sunset entsprechend- gesetzt hat, machen wir uns auf den Weg zu Dantes View, einem imposanten Viewpoint über das Death Valley. Zumindest bei Tageslicht. Wir fahren bei Dunkelheit hoch, weil Harry den beeindruckenden Sternenhimmel fotografieren möchte. Hier sind wir völlig allein. Eine gute Gelegenheit, meine Tänze für den Jazz-Dance zu trainieren, schließlich beobachtet uns außer  eine Millionen Sterne niemand. Zum Abschluss möchten wir noch gerne ein Foto von uns machen. Harry baut soweit alles auf: Stativ, Kamera und Blitz. Wir beginnen gerade zu posen, da passiert es: Der Stativkopf kippt nach unten, Kamera nebst Blitz und Schnellverschlussplatte verlassen ihre vorgegebene Position und fallen aus knapp 1,70m Höhe nach unten.   Tja, mein erster Gedanke: "Das war´s dann wohl für die Kamera." Harry denkt -seinem Gesicht nach zu urteilen, das ich trotz der Dunkelheit  förmlich glühen sehe- wahrscheinlich das gleiche. Der Blitz sieht auch sehr mitgenommen aus, zumindest sieht er so nicht ab Werk aus.. Bei ihm sind einige Teile abgesprungen und das Gehäuse ist leicht lediert. Die Kamera hat, oh Wunder, wohl alles gut überstanden. Es lebe die Dynax 9! Das Objektiv hingegen hat eine kleine Macke und muss nach dem Urlaub wohl zur Kur nach Tamron. 

Im Motel bringt Harry den Blitz zwar wieder zum Blitzen, aber wir brauchen doch ein Ersatzteil. 

Noch ein Picknick im Zimmer und jetzt sleep well.

16.Tag

Stovepipe Wells - Furance Creek - Mustard Canyon - Hell´s Gate - Mosaik Canyon - Charcoal-Kilns - Stovepipe Wells

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Death Valley - Tal des Todes? Wohl eher "Tal des Schlafes", denn auch heute kommen wir erst gegen 9 Uhr "in die Pötte". Traditionsgemäß tanken wir wieder in  Furance Creek. Der Tankwart kennt uns schon und lächelt mich wieder an. Nach unserem Frühstück auf "unserer" Bank vor dem Store (verschmierten Carrot-Cake, Sandwich, Orange-Juice und Kaffee) fahren wir durch den Mustard Canyon Richtung Hell´s Gate, Nette Gegend aber sicherlich keines der "Musst du gemacht haben wenn du hier bist" . Nachdem es heute Harry nicht so gut geht (Kreislauf, die Hitze fordert ihren Tribut!) machen wir eine kurze Siesta im Motel. Er ruht und ich mache die Hausaugaben.

Nach der Siesta geht es erst zum Mosaik Canyon. Allerdings müssten wir dort wandern und das wollen wir uns heute nicht antun. Weiter fahren wir über Wildrose, einer kleinen Rangerstation mit angesiedelten Campground,  zu den  Charcoal-Kilns. Das ist sehr interessant. Wir hatten im Visitor-Center eine kleine Dia-Show gesehen und dort waren auch diese kleinen Kabinen zu sehen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, ist in diesen übergroßen steinernen "Bienenkörben"  Holzkohle hergestellt worden. Der Weg dorthin ist auch recht schön und da es ein wenig in die Berge geht, auch angenehm kühl im Vergleich zu Death Valley. 

Abends gehen wir noch in den Pool und packen unsere Sachen für morgen fertig. Tja, denn morgen geht es schon wieder zurück nach Vegas. Schnief, schnief.

17.Tag

Stovepipe Wells,CA - Bad Water,CA - Shoeshone,NV - Las Vegas,NV

ANKLICKEN: Harry in/bei Badwater

 

Auf nach Las Vegas. Heute belade ich mal den Kofferraum und schaffe es sogar alles unterzubringen. Hatte ja über zwei Wochen Zeit mir anzusehen wie Harry alles verstaut. Nach dem Auschecken tanken wir -vermutlich zum letzten Mal für diesen Urlaub- noch in Stovepipe  und stellen fest, dass der Sprit hier 40 Cent billiger ist als in Furance Creek. Es ist zwar auch ein wenig umständlicher ( pay first ), aber  wenn wir hier   ja sowieso immer übernachten, können wir ja auch demnächst hier tanken. Über Badwater ( übliches "I was here" Foto machen ), Shoshone und Pahrump geht es nach Vegas. Jetzt kommt wieder die übliche Zeremonie wie seit vielen Urlauben: Einchecken, Harry Auto komplett bis in die letzte Ecke ausladen und ich bringe alles Gepäck nach oben.  Doch beim ersten Gepäck-Gang nach oben stelle ich fest, dass wir zwar "Poolside" haben, allerdings mit einem hervorragenden Blick auf das Dach eines anderen Gebäudes. Also Sachen wieder raus aus dem Zimmer und Zimmer  tauschen, was recht unkompliziert geht. Allerdings habe ich mal wieder das typische "Checkkarten-Schlüssel-Problem". Nach dem die erste Fuhre Gepäck im Zimmer gut verstaut war, kriege ich die Tür beim zweiten Gang trotz mehrerer Versuche nicht auf. Also rufe ich Harry, der unten das Auto entlädt, per Handy (sorry, hier spricht man von "Cellular" or "Mobile phone") um Hilfe. Er soll auf das vor der Tür stehende Gepäck achten, während ich an der Rezeption den elektronischen Schlüssel tausche. Harry stürmt hoch und beim ersten Versuch öffnet er die Tür. Mir ist das schleierhaft, wahrscheinlich werden diese Türen geschlechtsspezifisch ferngesteuert...

Nach dem Ausladen den Autos relaxen wir kurz bevor wir wieder losfahren: Shopping. Anschließend geht es los: Koffer (um) packen. Was für eine Plackerei. Harry bringt aber alles ordentlich unter. Ein Platzproblem haben wir diesmal wohl nicht. 

Nach dem unangenehmen Teil des Packens gehen wir noch kurz im Casino spielen. An einer 5-Cent-Maschine machen wir aus 1$ tatsächlich 30$ . "Cool!" .Jetzt aber ab ins Bett. 

P.S. Habe übrigens schon ein Geburtstagsgeschenk bekommen, einen Penny-Collector. Jetzt muss ich darauf achten, immer Pennys zu haben für die Stamp-Maschine...

 Good night, see you.

18.Tag Las Vegas, NV

ANKLICKEN: Eingangsschild zum Red Rock Canyon

 

ANKLICKEN: Unser Mustang als Starlet

 

 Anita im neuen Kleid

Mein Geburtstag

Las Vegas-untypisch verlassen wir die Stadt und fahren zum Red Rock Canyon. In all den Jahren unserer Las Vegas-Besuche waren wir hier noch nie, obwohl er nur 20 Meilen von der Stadt entfernt liegt und somit für amerikanische Verhältnisse keine Entfernung darstellt.  Es ist ein State Park und macht seinem Namen allen Ehre. Im Visitor-Center shoppen wir zunächst. Dabei entdecke ich ein kühlendes Halstuch. Ob es wirklich funktioniert, kann ich aber erst zu Hause ausprobieren, es soll nämlich eine 3/4 Stunde gewässert werden. Das ist zwar nicht das Problem, aber bevor es in den Koffer kommt, muss es vollständig trocknen. 

Nebenkurs Chemie:  Polyamid-Kristalle nehmen wohl das Wasser auf, werden zu Gel und sollen dann kühlen. 

Mal sehen ob das stimmt. Der State Park ist klein, aber schön und da unsere Wanderschuhe schon verpackt sind, werden wir hier wohl erst beim nächsten mal   wandern. Besonders zu erwähnen ist noch ein Reisebus voller Japaner(innen): An einem Aussichtspunkt, -wir hatten gerade geparkt und sind ausgestiegen- hält dieser Bus und wie die Ameisen verlassen viele junge Japaner ihren Konkon. Die Attraktion für sie scheint allerdings nicht die Aussicht zu sein sondern unser Auto. Fast jeder dieser laufenden Knipps-Maschinen stellt, lehnt  oder legt sich fast vor, hinter und in unseren Mustang um fotografiert zu werden. Ist interessant und lustig anzusehen. 

Wieder in Vegas zum Hotel, Siesta machen (die letzten Tage unserer Urlaube entwickeln sich immer  mehr zum Entspannen) und dann ist  "Strip Time". Mit dem Trolley, eine nette aber holprige Möglichkeit, mit dem Bus den Strip auf- und abzufahren,  bis zum Hotel New York, New York  und zu Fuß zurück. Am New York-New York gibt es seit einem Jahr ein Art T-Shirt-Memorial. Angehörige und Freunde von Opfern des Anschlages vom 11.September haben sich damals spontan an dieser Stelle versammelt. Seit dieser Zeit gibt es viele, die hier ein T-Shirt mit Erinnerungen an den Verstorbenen als Mahnmal aufspießen. Es ist mittlerweile stark angewachsen. Die T-Shirt´s hängen jetzt schon lagenweise übereinander. 

Ich hatte übrigens ein Bekleidungsproblem: Mein Wickelrock ist heute nicht ganz strip-geeignet. Wir haben ständig Gegenwind und so entwickelt sich das fast zum Strip auf dem Strip.   Nachdem das ziemlich Nerven kostet, kaufe  ich unterwegs spontan ein Kleid   und ziehe mich im Harley-Davidson-Cafe, wo wir uns stärken,  um. Dort entscheiden wir uns ebenso spontan, doch noch zur Fremont Street in die Innenstadt. zu fahren, wo wir tatsächlich doch mal eine andere Show sehen. Zigtausende Lämpchen zeigen am Himmel Bilder und Filme.

Jetzt sind wir total groggi wieder in unserem Zimmer. 

Bis morgen dann. 

P.S. Habe heute noch unsere Flüge reconfirmed, per Telefon. Funktioniert gut!.

19.Tag

Las Vegas,NV

Unser letzter Tag bricht an und dann ist erst mal wieder der Urlaub vorbei. Morgens gehen wir zunächst an den Pool. Das ist schon fast ein Abenteuer, da es windig bis stürmisch ist. So haben wir einige Mühe, unsere Liegen und Handtücher zu platzieren ohne dass sie wegwehen. Das Wasser im Pool wird richtig aufgepeitscht und es herrscht förmlich ein richtiger Seegang im Pool. Nach zwei Stunden und einem kurzen Besuch im Hot Tub, Harry (der Camel-Mann) war auch im Eiswasser-Pool, gehen wir aufs Zimmer, den Rest und Handgepäck fertig machen.. Eine Abschiedsfahrt über den Strip verursacht den typischen Kloß im Hals.  Eigentlich wollen wir beim Harley Davidson Cafe unsere Henkersmahlzeit zu uns nehmen. Wir fahren vorbei, und stellen zu unserer Freude fest, dass draußen geöffnet ist. Also parken wir in der Nähe, gehen hin und lesen weniger erfreut: "No service outside". 

Bei einem Drink (self service) überlegen wir, was und wo wir alternativ essen können und entscheiden uns für Sizzler. Zurück am Auto und da ist er mal wieder, der Adrenalin-Schub des Urlaubs: Die Tasche mit den Papieren ist weg. Wir stürmen sofort zurück zum H.D.Cafe  (und das bei der Hitze), aber es ist keine Tasche da. Wir fragen zwei Leute am Nebentisch, aber keiner von ihnen hat was gesehen. Harry kommt mir wieder entgegen und sieht mich ziemlich entsetzt an. Hatte ihn zwischenzeitlich wieder zum Auto geschickt in der Hoffnung, dass die Tasche vielleicht dort liegt, was sie aber nicht tut. Ich frage mit zunehmender Panik  im Cafe nach , die haben tatsächlich eine Tasche gefunden... aber leider nicht meine. Also wieder zum Auto und Entwarnung, die Tasche findet sich im Dunkeln des Fußraumes! 

Gott sei Dank hatten  wir unser Dach ausnahmsweise beim Parken geschlossen.  Erleichtert gehen wir zu Sizzler gut essen. Offensichtlich schmeckt Essen nach dem Abklingen eines Adrenalin-Schubes doppelt so gut! Im Hard Rock Cafe probieren wir unser Glück und gewinnen tatsächlich mal nebenher an einer 25 Cent-Maschine $60.  Die Maschine lutschen wir so aus, dass sie sogar -um unseren Gewinn auszahlen zu können- aufgefüllt werden muss. 

In unserem Hotel schließen wir den Tag mit einem weiteren kleinen Gewinn ab.

 Und jetzt geht´s früh ins Bett, denn um 3°° klingelt der Wecker und um zehn vor sieben geht unser Flugzeug. Also bis nachher dann im Flugzeug.

20.Tag

Las Vegas - Philadelphia - München - Köln

Man war das eine kurze Nacht. Ich bin erst gegen Mitternacht eingeschlafen und um drei ging der Wecker. Harry hat etwas mehr geschlafen und ist auch gerade wieder bei Morpheus. Wir sitzen in unserem ersten Teilflug von Las Vegas nach Philadelphia. Einchecken war soweit o.k. und unser Gepäck ist diesmal nicht komplett durchsucht worden. Es ist durch ein extra Röntgengerät geschickt worden und nur zwei Taschen mussten geöffnet werden. 

Dafür hatten wir beim Handgepäck abwechselnd das Vergnügen eines genaueren Checks. Harry als wir zum Gate gingen und ich beim Boarding. Wer sich nach Streicheleinheiten sehnt ist hier richtig aufgehoben. Beim Einchecken wurden unsere Taschen auch direkt auf Sprengstoff untersucht. Unsere Hände gleich mit. So jetzt mach ich Schluss. Jetzt versuche ich ein wenig zu schlafen und von den letzten drei Wochen zu träumen...See you in Cologne, so long and have a good time.